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German Open -  22. bis 25. Mai 2015

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Race Office

Dem Vierten ein Elefant, ehh Nilpferd

Als der Wecker mich zu einem wunderschönen sonnigen Donnerstagmorgen aus dem Schlaf riss, war ich gespannt was das kommende Pfingstwochenende mit sich bringen wird. Dank Herrn Weselsky wurde der blaue Himmel nur selten durch störenden Bahnlärm getrübt und ich gezwungen „recht früh“ das Haus Richtung MFG zu verlassen. Über Delbrück ging die Reise Richtung Lippstadt, um von dort aus am Freitag-„Morgen“ (11:00) mit Doppelhänger und Vorschoter die Anreise zum Schoddenhof zu starten. Angekommen erwartete uns eine leichte abendliche Brise die uns zu einem kurzen Training einlud.

Der SCL empfing die Segler mit einem perfekt organisierten Grillabend welcher, dank des bis dato staureichsten Freitag des Jahres, nur spärlich besucht war. Das reichlich übrig gebliebene Fleisch, sollte im Laufe der Veranstaltung noch seinen großen Auftritt bekommen.

Der Samstag begann wesentlich trüber und viel früher, weil lauter! Grund dafür waren gefühlt einhundert Krähen, die Ihren Nachwuchs in den Baumkronen des Zeltplatzes ausbrüteten. Ab vier Uhr dreißig brach die Hölle los und ich erwischte mich bei dem Gedanken: Wenn man einen von denen gezielt vom Ast „holt“, wird der Rest dann das Weite suchen? Da weder Zwille, Axt, Säge oder Luftgewehr greifbar waren, blieb der Gedanke Gedanke und die Vögel da wo sie waren.

Die Meisterschaft ging pünktlich um 12:00 in die erste Runde. Dank gutem Start und einem glücklichen Händchen bei der Startkreuz gingen Justus und ich gefolgt vom Team Wolff/Wolff als erster um die Luvtonne. Nach kurzem hin und her konnten wir uns weit von unseren Verfolgern absetzen. Nur noch eine runterrutschende Fock hätte den ersten Laufsieg verhindern können. Was Sie tat! Also doch „nur“ Platz fünf. Den Lauf sicherten sich die Rockstars Krause/Tscherneck von der Band GER-388. Die restlichen drei Laufsiege des ersten Wettkampftages sicherten sich: Norbert/Gudrun, Bart/Jori sowie Nils mit Katharina, die sich durch eine konstante Serie den Tagessieg sicherten. Das Feld war jedoch punktemäßig extrem nah beisammen, wodurch alle gespannt auf die folgenden Rennen waren.

Am Sonntag war der erste Start auf 16:00 Uhr angesetzt, da parallel eine Yardstickregatta auf dem Dümmer ausgetragen wurde und die Wetterprognose einen morgendlichen Start nicht möglich erscheinen ließ. Mangels Wind für weitere Rennen wurden die Segler mit reichlich Freibier bei Laune gehalten und am Abend lockte der Duft von verbranntem Gulasch. Die Stimmung drohte zu kippen, konnte jedoch durch noch mehr Freibier und das Versprechen eines Gratissteaks am Montagmittag – Fleisch war ja noch reichlich vorhanden – gerettet werden. Die neue Euphorie konnte auch nicht mehr von DJane „Feelgood“ getrübt werden und die Party sprengte alle Erwartungen. In ausgelassener Feierlaune wurde die Tanzfläche gerockt, das ein oder andere Bier getrunken und Kellnerin umgarnt. Olafs aus tiefstem Herzen schallender Ausruf: „Sabieeeeeene“ hallt noch bis heute nach.

Der Montag startete wie gewohnt, laut, jedoch mit auffrischendem Wind. Der auf zehn Uhr angesetzte Start konnte pünktlich angeschossen werden, wodurch noch drei weitere Rennen zustande kamen. In das bis dahin schon spannende Meisterschaftsfinale mischten sich mit zwei starken zweiten Plätzen zusätzlich noch Gregor und Sabrina ein, die sich jedoch durch einen Frühstart schon früh ihren Streicher einhandelten und damit keine konkurrenzfähige Serie abliefern konnten. Trotz allem einen Glückwunsch an das Paar für das sichere Erreichen des Hafens der Ehe. Dafür ein dreifaches Hip Hip …!

Aus unserer Sicht liefen die ersten beiden Läufe des Sonntags konstant mit den Plätzen vier und drei ab. Das Traumziel Meisterschaft war damit vom Tisch, das Wunschziel Nilpferd (Platz vier) greifbar nah. Das Minimalziel besser zu werden voll erfüllt, was sich im letzten Lauf nochmal bestätigen sollte. Nach gutem Start ging es ab auf die bis dahin bessere rechte Seite. Dann schlief der Wind ein und wir begannen uns nach hinten zu wenden. Am Luvfass waren wir, inklusive Kringel für die Berührung der Selbigen, Vorletzter. Ernüchternd wurde die neue Wunschposition auf: Alles nur kein Streicher heruntergesetzt. Nachdem Schwert und Ruder auf Algen kontrolliert wurden - alles sauber – wurden wir mit einer sehr aufregenden Aufholjagd belohnt. Wir konnten bis zum Leefass, dank auffrischenden Winden, einige Meter auf das Hauptfeld gut machen. Die vor uns kreuzenden Boote zeigten uns lehrbuchmäßig die „Ideallinie“ an, was uns zurück in Schlagdistanz brachte. Auf dem folgenden Downwinder erwischten wir eine druckvolle Spur die uns weiter nach vorne brachte. Die folgende Kreuz gingen wir wieder mit der gleichen Taktik (fahr denen hinterher die es richtig machen) an. So konnten wir zusammen mit Bert und Sophia als siebter auf das letzte Dreieck gehen. Im „Flow“ ging die Jagt weiter und spülte uns mit der einsetzenden starken Brise in voller Gleitfahrt auf Platz sechs, in Schlagweite auf die beiden vor uns fahrenden Teams van den Honden/Vermeij und Langschädel/Drießen. Der stark drehende Wind zwang uns im Dreierpack auf einem fast Anlieger in Richtung Ziel zu segeln. Dank der tags zuvor durchgeführten Fockholepunkt-Spionage an Norberts Chopstick, ermöglichte uns die neugewonnene Amwindhöhe, die über uns fahrenden a la Curry in die Schranken zu weisen. Mit breitem Grinsen gingen wir als vierter durch das Ziel und konnten damit unsere Wunschplatzierung (vier) einlösen. Justus, es war mir eine Ehre und widme dem Nilpferd einen Logenplatz in der Vitrine!

Achso! Norbert und Gudrun haben in der Gesamtplatzierung Platz drei ersegelt. Nils konnte mit Katharina einen herausragenden zweiten Platz belegen. Ein gewisses Team, bestehend aus Thorsten Willemsen an der „Pinne“ und Stephanie Tauchert im Vorschiff, haben uns mal wieder alle in die Schranken gewiesen. Dafür ein ehrliches: Chapeau!

Vielen Dank an die zahlreichen Helfer des SCLs. Wir haben uns wie immer heimisch gefühlt und freuen uns auch nächstes Jahr wieder eure Gäste sein zu dürfen. Zudem kann ich mich Marianne nur anschließen, die sich über das neue Team aus Duisburg gefreut hat. Erwin Salwik mit Erik Schenkel, die eine perfekte Symbiose aus enormer Lebenserfahrung und jugendlichem Leichtsinn ausstrahlen – erhaltet es euch ;). Auch das junge Duisburger Talent Leon Frisch mit Vorschoter Paul Dozyck heiße ich nochmals herzlich willkommen im Regattazirkus. Ob das selbst ausgesprochene Ziel, Weltmeister 2018 zu werden, erreichbar ist, wage ich zu bezweifeln. Für Tipps zum Gewinn des EM-Jugendmeistertitels stehe ich euch gerne zur Verfügung – Tag und Nacht!


Wir sehen uns in Warnemünde.

Matthias Riffeler

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